Gesellschaft für
Integrative Primärtherapie i.L.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Integrative Primärtherapie?
Ende der 60er Jahre kam der bis dahin als Therapeut Freudscher Richtung arbeitende Dr. Arthur Janov zu der Überzeugung, dass durch eine Therapie, die vorwiegend auf dem Gespräch beruht, seine Klienten nicht geheilt wurden.

Er entwickelte eine Therapie, die den direkten Zugang zur Gefühlswelt anstrebte. Janov vertrat die Theorie, dass alles, was wir als Kinder, und auch schon während und vor der Geburt erlebt, erlitten und vermisst haben, in uns gespeichert ist und dass Heilung darin besteht, zu diesen traumatischen Geschehnissen zurück zu kehren und sie vollständig gefühlsmäßig zu durchleben. Erst nach dem Aufarbeiten der alten Traumatisierungen könnten Menschen zu ihrer Lebendigkeit finden und endlich beim Leben im gegenwärtigen Augenblick ankommen.

Die Integrative Primärtherapie ist eine Weiterentwicklung der Janovschen Primärtherapie. Dabei liegt der Schwerpunkt – wie auch Janov inzwischen revidiert hat – nicht mehr auf kathartischen Durchbrüchen. Die Arbeit mit Gefühlen ist sehr viel differenzierter und gegenwartsbezogener geworden. Es fließen verschiedene therapeutische Ansätze mit ein und das Setting variiert.

Die Beziehung zwischen Therapeut und Klient wird als ein wesentlicher Wirkfaktor gesehen und findet angemessene Beachtung. Neurosen werden als Überlebensstrategien aus oft unerträglichen Startbedingungen respektiert und als Ressourcen gesehen. Es geht nicht mehr darum, den Widerstand (die Abwehr) zu durchbrechen, sondern damit zu arbeiten und ihn zu integrieren.

Für wen eignet sich die Integrative Primärtherapie?
Die Integrative Primärtherapie ist eine gefühls- und körperorientierte Psychotherapie und ist besonders für Menschen geeignet, die frühzeitig in der Kindheit gelernt haben, ihr Leben und ihre Probleme auf der intellektuellen/mentalen Ebene zu meistern, während im emotionalen Bereich frühe Verbote und Tabus das Fließen von Gefühlen und der Lebensenergie blockiert haben.

Weiterhin ist sie geeignet für Menschen, die bereits in den ersten beiden Lebensjahren tiefe Verluste und Trennungen von den Eltern erleben mussten oder unter schwierigen Bedingungen zur Welt kamen. In diesen ersten Lebensjahren, der sogenannten praeverbalen Zeit werden Traumata bevorzugt auf der Körperebene verarbeitet und führen später zu psychosomatischen Erkrankungen.

Wie ist der äußere Ablauf der Therapie?
Zu Beginn der Therapie steht in der Regel eine dreiwöchige Intensivphase. Sie kann einzeln oder in der Kleingruppe (ca. 6 Teilnehmer) gemacht werden. In der Folgezeit finden 1–2 Sitzungen wöchentlich statt oder auch Wochenenden.

Wie lange dauert die Therapie?
Im Allgemeinen ein bis drei Jahre, als krisenbegleitende Unterstützung reichen bei therapeutischer Vorerfahrung auch kürzer.

Kosten?
Jeweils nach Absprache 60–80 Euro für die Einzelstunde von 60 Minuten. Eine Übernahme der Kosten ist nur durch private Krankenkassen möglich.

Gibt es eine Altersbegrenzung?
Zu Beginn der Integrative Primärtherapie sollte man/frau ca. 20 Jahre alt sein, eine Altersbegrenzung nach oben gibt es nicht.